Volksbank Erkelenz und Volksbank Mönchengladbach nehmen konkrete Fusionsverhandlungen auf

Erkelenz/Mönchengladbach

Die Volksbank Erkelenz und Volksbank Mönchengladbach haben, nachdem die Sondierungsgespräche positiv verlaufen sind, konkrete Fusionsverhandlungen aufgenommen und erste Vereinbarungen getroffen. Demnach soll das neue gemeinsame Institut – vorbehaltlich der Zustimmung der Vertreterversammlungen Ende Juni dieses Jahres – Volksbank Mönchengladbach heißen.
Die Namen Volksbank Erkelenz und Volksbank Willich bleiben erhalten. Der Vorstand wird zunächst mit fünf und ab April 2018 mit drei Mitgliedern besetzt sein und in Mönchengladbach und Erkelenz sitzen.

Volksbank Erkelenz
Volksbank Erkelenz

In einer gemeinsamen Presseerklärung heißt es weiter, dass in diesen Tagen die Mitarbeiter sowie die von den Mitgliedern gewählten Vertreter über die Gespräche und die ersten Ergebnisse informiert wurden. Wörtlich heißt es in dem Brief an die Mitgliedervertreter: „Für diese Vereinbarungen und die Idee einer Verschmelzung beider Volksbanken möchten Vorstand, Aufsichtsräte, Mitarbeiter und Betriebsrat unserer Bank heute und in den kommenden Monaten bei Ihnen werben.“
Beide Genossenschaftsbanken hatten zuletzt immer wieder darauf hingewiesen, dass die Herausforderungen für regionale Geldinstitute immens zugenommen haben, heißt es in der Presseerklärung weiter. Digitaler Wandel, die sich ändernde Altersstruktur der Gesellschaft sowie die steigenden Anforderungen der Mitglieder und Kunden an die Beratungsqualität und an das Kreditgeschäft seien wichtige Handlungsfelder. Hinzu komme, dass Politik und Bankenaufsicht mittlerweile Rahmenbedingungen geschaffen hätten, in denen größere Genossenschaftsbanken deutlich besser ihrem Förderauftrag nachkommen könnten als kleinere.

Volksbank Mönchengladbach
Volksbank Mönchengladbach

Während die Niedrigzinspolitik in Europa den Staaten billige Kredite verschaffe, drücke sie seit einiger Zeit die Erträge aller Banken. Zugleich stiegen die bürokratischen Auflagen und Pflichten für alle Geldinstitute durch zunehmende regulatorische Anforderungen. Beide Häuser stünden nun vor der Aufgabe, Antworten auf diese Entwicklungen zu finden und die Präsenz genossenschaftlicher Finanzdienstleistungen vor Ort zu sichern.
„Als verantwortungsvolle Kaufleute wissen wir: Heute sind wir in einer Position der Stärke. Unsere aktuellen Erträge sind noch auskömmlich, wir haben uns für die Gegenwart gut aufgestellt. Aber wir wissen auch: In Zukunft werden unsere Erträge sinken und unsere Kosten steigen – wenn wir nicht rechtzeitig gegensteuern“, berichten die beiden Volksbanken.
„Nach sorgfältiger Prüfung der politischen und betriebswirtschaftlichen Situation sowie intensiven Beratungen sind wir heute der Überzeugung, dass die Herausforderungen von Gegenwart und Zukunft am besten durch das Zusammengehen mit einem weiteren Genossenschaftsinstitut zu lösen sind. Mit der Volksbank Erkelenz und der Volksbank Mönchengladbach haben sich zwei Partner gefunden, die zueinander passen“, heißt es in der Presseerklärung.
Beide Häuser sehen sich als Genossenschaftsinstitute mit engagierten Mitarbeitern, die ihren Mitgliedern und Kunden der Region dauerhaft und in hoher Qualität genossenschaftliche Finanzdienstleistungen anbieten und die sich ihrer Tradition und Verantwortung bewusst sind: „Gemeinsam wollen wir als verlässlicher Partner von Mittelstand und Privatkunden unseren Auftrag als Genossenschaft noch intensiver erfüllen. So wollen wir unseren Beitrag leisten, unsere Region auf Dauer zu stärken, voranzubringen und zu fördern. Wir bleiben Ihre Volksbank vor Ort.“
In den kommenden Wochen und Monaten gehen beide in die Kommunikation mit ihren Mitgliedern und Mitgliedervertretern. Über die Verschmelzung entscheiden die Vertreterversammlungen, die für Ende Juni vorgesehen sind.

Fragen zur Fusion

Wann wollen die Volksbank Erkelenz und die Volksbank Mönchengladbach fusionieren?
Wir planen die Verschmelzung unserer beiden Kreditgenossenschaften im Laufe dieses Jahres. Sie soll rückwirkend zum Bilanzstichtag 1. Januar 2017 erfolgen.

Wie soll die gemeinsame Volksbank heißen?
Das Institut soll Volksbank Mönchengladbach heißen. In Erkelenz wird der Name „Volksbank Erkelenz, Niederlassung der Volksbank Mönchengladbach“ und in Willich „Volksbank Willich, Niederlassung der Volksbank Mönchengladbach“ lauten. In Kurzform wird von der Volksbank Erkelenz und der Volksbank Willich gesprochen.

Welche Bank wird die aufnehmende Bank sein?
Diese Entscheidung wurde nach rein steuerlichen Aspekten gefällt. Das für die Grunderwerbsteuer maßgebliche Anlagevermögen der Volksbank Mönchengladbach ist um 1/3 höher als das der Volksbank Erkelenz. Insofern wird die Volksbank Mönchengladbach aufnehmendes Institut.

Gibt es fusionsbedingte Kündigungen?
Nein, es gibt keine fusionsbedingten Kündigungen? Durch Fluktuationen und altersbedingtes Ausscheiden wird die Gesamtzahl der Mitarbeiter jedoch auf Dauer sinken.
Wo wird die gemeinsame Bank ihren Sitz haben?
Vorstandssitze sollen in Mönchengladbach und Erkelenz sein, juristischer Sitz Mönchengladbach.

Wie hoch wird die Bilanzsumme der gemeinsamen Bank sein?
Aktuell haben beide Genossenschaftsinstitute eine addierte Bilanzsumme von rund 1,8 Milliarden Euro.


Wer wird dem Vorstand der gemeinsamen Bank angehören?
Dem Vorstand des fusionierten Instituts gehören Dr. Veit Luxem (Vorsitzender), Josef Brück und Rainer Corsten sowie Franz D. Meurers und Otmar Tibes an. Die Herren Corsten und Tibes treten zum April 2018 in den Ruhestand.

Wer stellt den Aufsichtsratsvorsitzenden der gemeinsamen Bank?
Insgesamt soll der neue Aufsichtsrat von zwölf Mitgliedern gebildet werden (aus jeder Fusionsbank sechs Vertreter). Den Vorsitz übernimmt ein Mitglied aus Mönchengladbach, die beiden Stellvertreter werden aus Erkelenz und Willich kommen.

Behalte ich meine Kontonummer?
Darüber und viele andere organisatorische Fragen sprechen wir derzeit. Über die Ergebnisse dieser Gespräche werden wir Sie, die von unseren Mitgliedern gewählten Vertreter, und alle Teilhaber in den kommenden Wochen und Monaten rechtzeitig und umfassend informieren.