Mona Lisa, WortBilder und die Lust auf den Diskurs

Christa Schreier und die Schreibwerkstatt Wegberg stellen in der Volksbank WortBilder aus

16.09.2013 Wegberg. Auch Leonardo da Vinci war dabei, als am Donnerstag die Ausstellung „WortBilder“ in der Volksbank Wegberg eröffnet wurde. Denn die geheimen Gedanken seiner Mona Lisa brachten Gastgeber Dr. Veit Luxem dazu, in seinem Grußwort über Erwartung und Interpretation zu sprechen. Anschließend lud der Vorstandsvorsitzende des Genossenschaftsinstituts ein, die Werke zu erforschen, die Christa Schreier gemalt hat und die noch bis zum 10. Oktober gemeinsam mit ausgesuchten Texten der Schreibwerkstatt Wegberg 2010 präsentiert werden.

Christa Schreier wurde in Wegberg geboren und lebt auch dort. Als Lehrerin unterrichtete sie Kunst, malt selber seit 1991 als Autodidaktin, begann mit Aquarellen, bildete sich auch im Zeichnen weiter. Seit 2001 malt Christa Schreier in einer Gruppe der Künstlerin und Kunsttherapeutin Pia Poske Michel. Das Malen gibt der seit 2009 im Ruhestand befindlichen Künstlerin innere Ausgeglichenheit: „Ihre Bilder entstehen zur eigenen Freude und zur Freude anderer“, berichtete Luxem den zahlreichen Gästen der Eröffnung.

Der Volksbank-Chef freute sich, dass zu den einzelnen Bildern auch die passende Lyrik ausgestellt wird: „Eine ganz besondere Symbiose, WortBilder eben.“ Er dankte den Mitgliedern der Schreibwerkstatt Wegberg, die sich ein Bild der Künstlerin ausgesucht und ihre Gedanken zum jeweiligen Bild auf Papier gebracht haben: Anneliese Baatz, Annemarie Lennartz, Cora Imbusch, Inga Lücke, Renate Müller und Dr. Günter Arnolds.

„Kennen Sie das Geheimnis von Mona Lisas Lächeln?“, fragte Luxem weiter: „Sie denkt wehmütig an den Tod einer Tochter, vermuten manche Forscher. Andere halten es nicht für ausgeschlossen, dass sie überlegt, ob sie sich einen Liebhaber zulegen soll. Und einige behaupten sogar, sie habe sich gerade einen Zahn ziehen lassen.“ Hier spannte der Banker den Bogen zurück zu Christa Schreier: „Das haben Sie mit da Vinci und all Ihren Künstler-Kollegen gemeinsam: Ihre Werke lassen Raum für Interpretation, sie bieten dem Betrachter eine Plattform für eigene Gedanken und Gefühle.“

Auch das Konzept „Kunst in der Bank“, das auf Zugänglichkeit der Kunst für Mitarbeiter, Mitglieder und Kunden der Volksbank basiert, setze auf die Lust auf den Diskurs, so Luxem: „Natürlich gehören inhaltliche Debatten und kontroverse Haltungen dazu. Kunst ist auch sperrig und unbequem und erfordert die Bereitschaft, Neues zu wagen. Wir können es mit unserem Engagement nicht jedem recht machen. Das gilt sowohl innerhalb des Unternehmens als auch für unsere Ausstellungen.“

Anschließend sprach Dr. Günter Arnolds, Mitglied der Schreibwerkstatt Wegberg, über die Zusammenarbeit mit Christa Schreier und das Zustandekommen der ausgestellten Texte. Für den musikalischen Rahmen sorgten zwei Musiklehrerinnen der Hauptschule: Britta Großbach (Querflöte) und Nicole Wessel (Fagott).