„Auf diese Steine kann man tatsächlich bauen!“

Volksbank Erkelenz und Bausparkasse Schwäbisch Hall unterstützen Sanierung des Kirchturms von St. Lambertus

16.09.2013 Erkelenz. Die Volksbank Erkelenz und ihr genossenschaftlicher Partner Bausparkasse Schwäbisch Hall unterstützen die Sanierung des Kirchturms von St. Lambertus. Das Genossenschaftsinstitut hatte auf die finanziellen Bedürfnisse der Erkelenzer Gemeinde aufmerksam gemacht, 10.000 Euro stiftet die BSH jetzt für das über 1,8 Millionen Euro teure und mittlerweile erfolgreich beendete Instandhaltungsprojekt. „Auf diese Steine kann man tatsächlich bauen!“, freute sich Volksbank-Chef Dr. Veit Luxem am Freitag über die Spende – und auf das am 22. September stattfindende Turm- und Pfarrfest.

Pastor Werner Rombach und Fördervereinsvorsitzender Paul Rögels zeigten sich ebenfalls glücklich. Mehr als 500.000 Euro Eigenanteil mussten vor Ort aufgebracht werden. Mit seinem Bittbrief an die Menschen in der Region hatte der Pastor der Pfarre den Stein ins Rollen gebracht: „Das zu schultern ist eine harte Sache. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir dies gemeinsam schaffen, wenn jeder das seine und ihm mögliche finanziell dazu beiträgt. Denn darin sind wir uns doch sicher alle einig, der Turm muss, so wie er ist, als Wahrzeichen unserer Stadt erhalten bleiben.“ Die Volksbank sah das genauso und wandte sich an ihren genossenschaftlichen Verbundpartner BSH.

Geschichtliches (aus dem Brief von Pastor Rombach)

„Die spätgotische Kirche St. Lambertus war Anfang des 15. Jahrhunderts unter Erhaltung des romanischen Turmes der Vorgängerkirche erbaut worden. Dieser stürzte jedoch 1457 ein. Bereits 1458 wurde mit dem Bau des neuen Turmes begonnen. Er wird eine gotische Turmspitze, der der heutigen neugotischen ähnlich war, erhalten haben. 1860 brannte die Turmspitze nach einem Blitzeinschlag aus. Erste Restaurierungspläne fanden keinen Beifall, so dass die Notbedeckung bis 1878 erhalten blieb. 1879 wurde die Turmspitze durch den Kölner Architekten Wiethase restauriert und erhielt hierbei die heutige Form. An Stelle einer Holzunterkonstruktion verwandte man nun eine Stahlkonstruktion, die mit Kupferblechen verkleidet wurde.

1945 wurde die Kirche in den letzten Kriegstagen weitestgehend zerstört und der Kirchturm sehr stark beschädigt. Noch im gleichen Jahr wurden die noch stehenden Teile der Kirche abgerissen, während 1946 mit der Sicherung des Turmes begonnen wurde. Das heißt, zur Stabilisierung des Mauerwerkes wurden Betondecken eingezogen und die senkrechten Risse im Turm wurden mit Torkret-Beton geschlossen. Anschließend wurde die stählerne Konstruktion des Turmhelmes mit Moniereisen und Torkret-Beton durch Prof. Pierlet ausgebessert.

1950 wurde dann mit der Sanierung des Mauerwerkes und der Ergänzung zerstörter Mauerteile begonnen. Die Arbeiten dauerten bis 1953. Danach erfolgte die Eindeckung des Turmhelmes mit Kupferplatten und der Einbau des Glockenstuhls. 1985 wurde die Kupfereindeckung saniert. Die Falze und Verankerungen der großen Kupferplatten nahmen die starken Windkräfte und Temperaturausdehnungen nicht auf und mussten gesichert werden. 1988 folgte, nachdem sich ein zehn Kilogramm schwerer Stein unterhalb der ersten Galerie aus dem Mauerwerk gelöst hatte und auf den Fußgängerbereich am Turm fiel, eine aufwendige Turmsanierung.

Im Frühjahr 2008 wurde bei einer Turmbegehung festgestellt, dass die mehr oder weniger unmittelbar nach dem Krieg erfolgte Notausbesserung der gusseisernen Unterkonstruktion des Turmhelmes nun durch eine aufwendige Sanierung oder einen Neubau, langfristig gesichert werden müsse. Nach langem Ringen kamen die Verantwortlichen zu dem Ergebnis, eine Sanierung durchzuführen, um so möglichst viel vom alten Lambertiturm zu erhalten, vor allem von der Stahlkonstruktion. Das heißt, fehlende und schadhafte Teile der Stahlkonstruktion werden ausgebessert; der Turm wird, was er bisher nicht war, eingeschalt und dann mit neuen Kupferplatten ausgestattet. Dadurch wird er schwerer und gleichzeitig stabiler und kann so den Kräften der Natur Widerstand leisten. Sein Aussehen wird sich dabei nicht verändern, er wird die Form behalten, die er seit Kriegsende besitzt; die Form, die die Erkelenzer kennen und lieben.“